Prof. Trübner

TRÜBNER war nicht allein ein großer Maler, sondern auch ein recht tüchtiger Geschäftsmann, und nebenbei ein Sammler von guten Bildern und Antiquitäten.

Als seine eigenen Arbeiten in Mode kamen und hoch bezahlt wurden, kam er auf den schlauen Gedanken, seine früheren Bilder, die im Handel waren, aufzukaufen.

Da hörte er eines Tages, als er bereits Professor in Karlsruhe war, dass ein kleiner Kunsthändler in der Frankfurter Altstadt ein frühes Bild von ihm habe. Er fuhr sofort nach Frankfurt um dieses Bild zu kaufen. Trübner betrat den Laden, interessierte sich aber zunächst scheinbar für ganz andere Sachen, nahm dies und jenes in die Hand, legte es wieder weg und betrachtete schließlich das von ihm mit vollem Namen signierte Bild nach allen Seiten. Er verzog das Gesicht, wiegte bedenklich den Kopf hin und her und meinte endlich, um den Preis zu drücken: „Ach, das ist aber ein recht schlechter Trübner!“ Da seufzte der Händler: „Awwer, liewer Herr Professer, warum hawwe Se’s dann net besser gemalt?

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